Trotz Handicaps eine Bereicherung für unser Leben

Erfahrungsbericht: Biggy (alias Brigitte)


Biggy

Biggys Vorstellung war nur wenige Minuten auf der Webseite zu lesen, als wir sie entdeckten und uns sofort in das kleine Bündel Elend verliebten. Doch die kleine Maus, die nie viel Liebe erfahren durfte, hat ein Riesenpäckchen zu tragen und so folgten viele Mails mit Mònica und die süße Biggy musste noch einige Untersuchungen überstehen, bevor sie zu uns kommen durfte. Was direkt auffiel, war, dass Biggy nicht richtig laufen und schon gar nicht sitzen konnte. Eine Gelenkdeformation wurde vermutet und die Röntgenbilder brachten erschreckende Klarheit: Hüftknochen und Kniegelenke der Hinterbeine sind um 90 verdreht und eine Operation durch eine so starke Deformation unmöglich. Auch die Wirbelsäule ist dadurch in Mitleidenschaft gezogen und somit musste entschieden werden, ob es menschlicher ist, Biggy zu erlösen, oder ob sie schmerzfrei noch einige schöne Jahre verbringen darf. Mònica suchte Rat bei ihrer Tierärztin und Biggy machte nicht den Eindruck, Schmerzen zu haben. Bei der Gelegenheit möchten wir auch erwähnen, dass Mònica von Anfang an alles und jede Entscheidung mit uns abgesprochen und uns voll einbezogen hat. Sie hat alle Karten auf den Tisch gelegt und nichts beschönigt - danke, liebe Mònica!! Heute wissen wir, dass die Entscheidung, Biggy eine Chance zu geben, richtig war. Durch ein wenig Physiotherapie, ein wenig Bewegung und ganz viel Liebe kann sie schon wesentlich besser laufen und sie beweist uns jeden Tag auf's Neue, dass sie keinerlei Schmerzen hat. Natürlich kann das jederzeit ins Gegenteil umschlagen, doch bis es soweit ist, soll Biggy alles nachholen dürfen, was sie bisher verpassen musste.

Leider erfuhren wir dann sehr schnell - noch bevor Biggy ihre Reise zu uns antrat - dass die Gelenkdeformation zwar das schwerwiegendste, aber nicht das einzige Problem ist: Sie hatte einige Zysten und ein Mamatumor wurde entfernt. Bei der Mundreinigung verlor sie einige Zähnchen, aber immerhin ist die hübsche Dame auch nicht mehr die Jüngste. Und das Sahnehäubchen waren die Blutwerte und das Ergebnis des PCR-Tests, wonach klar war: Biggy hat auch eine leichte Leishmaniose, die behandelt werden muss.

Wollten wir wirklich so einen vorbelasteten Hund zu uns nehmen?

Na klar, gar kein Zweifel!!!!

Ich werde nie vergessen, wie meine Tochter mit der kleinen Biggy auf dem Arm zu uns kam und ich die süße Maus zum allerersten Mal sah: keine 2kg schwer, nur hoffnungslos verknotete Haare und zwei dunkle Kulleraugen, die mich misstrauisch und müde von der Reise anschauten. Wir setzten sie auf den Boden und ich weinte fast, als ich sie zum ersten Mal laufen sah. Ich war sehr erschrocken, obwohl wir wussten, dass Biggy diese Deformationen hat. Sie tat mir so unendlich leid...

Heute ist Biggy ein paar Monate bei uns und sie hat sich innerhalb von Sekunden tief in mein Herz geschlichen. Nicht jeder hat Verständnis, es gibt auch kritische Stimmen la "Du kannst doch nicht jeden Hund retten". Was diese Leute nicht begreifen, ist, dass es nicht um gute Taten geht, sondern dass die kleine Maus mit ihren großen Äuglein so viel Liebe und so viel Vertrauen schenkt, dass alle Sorgen wie weggeblasen sind. Sie ist einfach eine Bereicherung für unser Leben und wir geben sie nie mehr her.

Unser Haus ist hauptsächlich gefliest, doch nun haben wir überall "Laufstraßen" (kleine Teppichbrücken) verlegt, sodass sie in der ganzen Wohnung nach Herzenslust herumhoppeln kann. Sie entwickelt sich in rasanter Geschwindigkeit und auch wenn sie nie normal wird laufen können, so wird sie doch schon immer schneller und selbstständiger. Sie leidet unter großen Trennungsängsten, aber mit etwas Zeit bekommen wir auch diese in den Griff - eine Besserung ist schon deutlich zu erkennen.

Rückblickend lässt sich zusammenfassen: Biggy ist ein Glücksgriff und das Video spricht für sich selbst!