Erfahrungsbericht: Leo
Hündin, bei Adoption in 2006 knapp 7 Jahre alt

Dies war damals meine Geschichte...

Leo Leo Leo Leo Leo
Diese arme Kreatur ist Leo... vor einigen Tagen haben wir Leo an dem Zaun vom Tierheim angebunden gefunden. Ganz wach, traurig, ja... ganz ganz traurig und müde, mit Mammatumoren und krank, aber trotzdem wurde sie so ausgesetzt. Vielleicht ein Monster, der ihr das angetan hat, und vielleicht geschieht ihm das Gleiche auch einmal??? Unser Herz tut weh, wenn wir das sehen, auch wenn sie sich langsam erholt. Und wir sind sehr enttäuscht, dass man sowas ihr angetan hat. Leo ist sehr ruhig und lieb, im Moment schläft sie viel, frisst gerne und die Kleine benimmt sich ganz prima. Zum Glück lässt sie sich von uns behandeln und nimmt brav ihre Medikamente. Wir behandeln Leo im Moment gegen Ehrlichiose und auch wenn der Leishmaniose-Titer negativ ist, möchten wir sie noch weiter untersuchen. Selbstverständlich, wenn es Leo besser geht, wird man sie kastrieren und die Tumore entfernen. Und jetzt sind wir schon auf der Suche nach einer ganz liebevollen Familie, die ihr die schönen Seiten des Lebens zeigen kann.

Endlich bin ich in Hannover!

Leo
Das lange Warten hat endlich ein Ende und am 21. Juli war es dann soweit - der Flieger startete pünktlich in Barcelona, ich wurde als lebendes Frachtgut eingestuft und kam als neuer Mitbewohner des Pabel-/ Kaszuba-Paares in Frankfurt an, was ich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht wusste.

Aber vielleicht sollte ich mich erstmal vorstellen: Ich bin die Leo, eine Beagle-Dame aus Spanien und habe schon Einiges hinter mir.

Damit jeder, der mich nicht kennt, auch versteht, warum ich jetzt glücklich bin, erzähle ich einfach mal meine Geschichte. Anfang des Jahres wurde ich am Tierheim Castellbisbal in Spanien einfach angebunden und ausgesetzt. Das geschah in der Nacht. Am nächsten Morgen wurde ich dann gefunden und von Mònica Planas, der dortigen Tierärztin und meiner Lebensretterin, untersucht und sie hat Einiges gefunden, was bei mir nicht so stimmte. Ich will jetzt aber nicht wie alte Leute von meinen Krankheiten sprechen, ich gehöre mit meinen 7 Jahren schließlich nicht zum alten Eisen.

Weil es mir gar nicht gut ging, kam ich zu Mònicas Mutter auf eine Pflegestelle und dort ging es mir immer besser. Ich wurde verarztet, aufgepäppelt und so richtig verwöhnt (welcher Hund kommt schließlich schon mit leichtem Übergewicht aus einem Tierheim?).

Aber wie mir bald klar wurde, sollte dies nicht mein letztes Zuhause sein. Es gibt ja in Spanien noch viele Hunde, denen es schlecht geht und darum musste für mich ein neues Heim gefunden werden. Mein Foto und eine kurze Beschreibung wurden auf einigen Tierschutzseiten ins Internet gestellt.

Da kommen nun meine neuen Herrchen ins Spiel. Mein Frauchen wünschte sich schon lange einen eigenen Hund, da sie mit einem Hund dem Dackel Flo aufgewachsen ist und nun selber einen haben wollte. Ihr Freund war damit einverstanden und als klar wurde, dass er ab Sommer von Zuhause aus arbeiten könnte, stand dem neuen Familienmitglied nichts mehr im Wege. Sie suchten auf Rosi's Internetseite und fanden mich. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick und sie setzten alle Hebel in Bewegung. Sie zogen für mich sogar um, weil ihr alter Vermieter mit mir als Untermieter nicht einverstanden gewesen wäre.

Leo
Im Juli waren nun endlich alle Stolpersteine beseitigt und Rosi konnte den Beiden mitteilen, dass es auch einen Flug für mich gab. Schweren Herzens nahm ich Abschied von meinen spanischen Lebensrettern und stieg in die Transportkiste, in der ich dann in mein neues Leben flog. In Frankfurt kam ich an und wurde in die Tierstation gebracht. Nachdem alle Papiere angekommen waren - wir waren schließlich 12 Hunde - wurde ich ca. 2 Stunden nach Ankunft von meiner neuen Familie aus der Transportkiste befreit.
Leo

Von da an wurde alles richtig aufregend: neue Menschen, neue Umgebung, neue Gerüche, neues Futter und irgendwie nichts, was ich kannte. Aber egal, ich bin ja schließlich kein Weichei und so erkundete ich mein neues Zuhause total mutig. Auch die dreistündige Autofahrt nach Hannover bereitete mir keine Schwierigkeiten. Dort ging das Verwöhnen, was ich von meiner spanischen Pflegestelle kannte, weiter. Ich bekam mein eigenes Körbchen, wurde neu eingekleidet und bekam alles, was ich mir nur wünschen konnte.

Leo
Mittlerweile habe ich auch schon Freunde gefunden: Der Dackel Flo ist sehr um mich besorgt und kümmert sich ganz lieb um mich. Und auch mit Conchi - Rosi's Hündin habe ich viel Spaß. Ich fühle mich schon richtig heimisch und auch zu Mònica habe ich immer noch per E-Mail Kontakt.

So jetzt wisst ihr, wie gut es das Schicksal mit mir meinte, und ich hoffe, dass es auch anderen meiner Vierbeiner-Kollegen so gehen wird.
Leo

Eure Leo

Mein erster Urlaub

Leo
Hallo, jetzt habe ich meinen ersten richtigen Urlaub in Österreich verbracht. Dieses Jahr fuhr ich mit meinem Frauchen Katrin und meinen Pflegeherrchen Annemarie und Johannes und deren Dackel Flo nach Neustift ins Stubaital. Überall waren frisches Gras, das ich doch so gerne fresse, Kühe, Schafe und natürlich Berge, die mir ein bisschen Angst machten. Ich hatte die Befürchtung, dass ich dort oben rauf musste und das sollte sich auch bestätigen. Meine Familie hatte alles für einen Wanderurlaub dabei, aber kann man sich dabei wirklich erholen? Im Nachhinein muss ich sagen: ja.
Leo

Leo
Jeden Tag hieß es bergauf, bergab.

Der Flo, der sonst eher von gemütlicher Natur ist, wedelte die ganze Zeit mit seinem Schwanz. Er schien sich zu freuen, dass wir hier waren. Ich muss dazu sagen, dass die Zweibeiner auch schon seit 22 Jahren immer in das gleiche Hotel fahren und Flo mit seinen 11 Jahren auch immer dabei war. Er kannte sich also aus.

Wir ließen es gemütlich angehen und wanderten erst mal nicht so hoch. Trotzdem gab es da schon viel zu erleben: Das Gras roch und schmeckte ganz anders - viel besser - darum nahm ich immer mal wieder Kostproben. Dann waren da auch so komische Sachen auf dem Boden, auch die rochen gut, geschmeckt haben sie aber nicht. Als Dame möchte man schließlich gut riechen und so wälzte ich mich manches Mal darin, bis mein Hals grau war. Ich duftete, komisch nur, dass die Zweibeiner mich nach meinem Wälzen nicht mehr so gerne knuddeln wollten...

Alle waren gut zu Fuß und so musste ich mich anstrengen. Manchesmal hing mir die Zunge zum Hals raus und ich hätte so gerne einen Napf voll Wasser gefunden. Aber am Berg gab es etwas Besseres: Das Wasser war nicht in einem Napf, sondern floss einfach so von oben herab und der Flo stellte sich da einfach rein und trank das auch noch. Das musste ich natürlich auch ausprobieren und es schmeckte. Aber was oben reinkommt, muss unten auch wieder raus und so lernte ich meine nächste Lektion von Flo: Immer den Berg runter pinkeln, sonst gibt's nasse Pfötchen.

Auf anderen Wegen fand ich noch Leckereien - wie braune Erbsen. Als ich eine probierte, nannte mein Frauchen mich "kleines Ferkel" und ich weiß gar nicht warum. Das waren wohl Ziegen- und Schafsküttel und sehr schmackhaft. Von denen konnte ich nicht genug bekommen, aber leider erwischten mich die Zweibeiner immer wieder beim Naschen.
Leo

Diese Küttel gab es dann auch noch in groß und sie sahen aus wie brauner Kartoffelbrei. Auch den probierte ich und entdeckte so eine neue Lieblingsspeise. Als mir meine Wanderkollegen dann zeigten, woher diese Delikatesse stammte, wurde mir etwas mulmig: Es war eine riesengroße Kuh, die an meinem Hintern schnupperte und hinter mir her ging. Ich bin noch nie so schnell gelaufen.

Aber bei den ganzen Genüssen, die man unterwegs findet, weiß ich jetzt endlich auch, was folgender Spruch bedeutet: "Der Weg ist das Ziel!"

Ich hatte meine Nase ja nun nicht nur auf dem Boden. Manchesmal hielt ich meinen Riechkolben in Richtung Himmel und es roch nach Kräutern, Blumen und Bäumen. Dann blieb ich stehen, atmete tief ein und genoss dabei die Aussicht: die schönen Stubaier Berge. Nach einiger Zeit fand ich dann auch Gefallen am Wandern und mein zu kurz geratener Schwanz begann zu wedeln. Wenn so viele Leckerlies auf dem Weg liegen!

Leo
Trotzdem war es ganz schön anstrengend und so war ich froh, dass Annemarie öfter mal Erbarmen mit Flos und meinen strapazierten Wanderpfötchen hatte.
Während Johannes und Katrin zu den hohen Hütten kraxelten, genossen wir Vierbeiner das Leben mit Annemarie im Tal. Wir gingen spazieren, fraßen, spazierten, fraßen, schliefen, fraßen und erwarteten die Wanderer gut erholt zurück.

Aber auch das Erholen will gelernt sein.

Wenn wir beim Wandern nach langem Anstieg endlich an unserem Ziel angekommen waren, legte sich der Flo nach dem Futterverzehr immer gleich hin und ratzte. Das war mir anfangs zu langweilig. Es gab doch noch so viel zu erschnuppern und außerdem fiel vielleicht etwas von der Zweibeiner-Jause ab, die nämlich viel besser als mein Trockenfutter roch. Geschah aber fast nie.
Leo

Leo
Wenn es dann hieß: "Jetzt marschieren wir zurück!" war der Flo immer munter und abmarschbereit. Ich hingegen merkte, dass ich total müde war und eigentlich gar nicht mehr laufen wollte. Ich hatte nämlich den Rückweg bei meiner Schnupperei vergessen und trottete somit geschafft hinterher. Also lernte ich rasch die nächste Lektion: immer den Rückweg einplanen und oben ausruhen.
Leo

Wenn wir nach langer Wanderung endlich wieder k.o. aber glücklich im Hotel angekommen waren, führten mich meine schweren Beine nur noch in mein gemütliches Körbchen. Dort konnte ich schlafen, träumen und mich einfach nur ausruhen. Wenn ich dann allerdings eine Tüte rascheln hörte, konnte ich dem Geräusch einfach nicht widerstehen: Ich wusste, dass da eine Nascherei für mich drin sein musste und so sprang ich auf und erwartete meine Belohnung, die ich immer bekam.

So vergingen drei wunderschöne Wochen: Ich lernte die Bergwelt kennen, entdeckte neue leckere Geschmacksrichtungen (plattgefahrene Frösche schmecken übrigens auch sehr gut), fand am Wandern über Stock und Stein wirklich Gefallen und wusste das ein oder andere Ruhepäuschen echt zu schätzen.

Es war ein toller Urlaub, der nächstes Jahr wiederholt werden soll, wenn ich die Zweibeiner richtig verstanden habe.